Volume 13, 2015/Issue 3-4

Farnady-Landerl, Viktória
Begeisterung und Inspiration im Lehrkörper


Abstract: 
Als PädagogInnen und ErzieherInnen werden wir möglicherweise tagtäglich mit neuen Fachausdrücken konfrontiert, wie Soziabilität in der frühen Kindheit, zwischenmenschliche Resonanz, Neuroplastizität, sensible Perioden während der Gehirnentwicklung, die Erinnerung als ein komplexes System von situativen Rekonstruktionsprozessen, die Bedeutung des Testeffekts in den Lernprozessen oder das Gehirn als ein soziales Organ. Es gibt eine zunehmende Betonung der Bedeutung der Entwicklung in der frühkindlichen Periode, die auch die Bedeutung der frühkindlichen Pädagogik in neue Dimensionen setzt. Daraus folgt, dass unsere wichtigste Aufgabe als PädagogIn oder ErzieherIn nicht nur die Förderung der kognitiven Fähigkeiten ist, sondern vielmehr die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, also die Förderung der kognitiven-, sozialen-, selbst- und emotionalen Kompetenzen, wobei wir die eigenen natürlichen biologischen Entwicklungsprozesse des Kindes unterstützen sollten und auf diese alle pädagogischen Prozesse aufbauen sollten. Wie können wir erreichen, dass eine Veränderung in der Haltung von PädagogInnen möglich wird – dass sie „Out of the Box“ denken? Wie können die freien, kreativen und optimistischen Ansätze im Allgemeinen zulässig werden? Diese Fragen nahmen wir anhand unserer empirischen Onlinestudie mit 501 PädagogInnen und pädagogischen Studenten unter die Lupe. Was fördert und hindert diese Veränderungsprozesse? Das Umdenken und die Adaption der neurowissenschaftlichen Ergebnisse in der pädagogischen Praxis ist schwer und bedeutet einen sehr langen Weg für alle Beteiligten und es ist klar, dass niemand für uns die„ richtigen Lösungen” also fertige Handlungsanweisungen vorschreiben kann (bzw. soll). Doch gute Beispiele, Unterstützung durch KollegInnen und Vorgesetzte und das Bedürfnis von Kindern und PädagogInnen nach einer positiven Pädagogik mit voller Begeisterung ist schon gegeben. Genauso gibt es auch das pädagogische Wissen mit jahrhundertealter Tradition als wissenschaftlicher Basis, das wir konstruktiv und (selbst-) reflektiv neu interpretieren können mit der aktiven Beteiligung einer Vielzahl von interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen PädagogInnen und anderen Wissenschaftlern. Für diesen Wandel bietet uns die Neuropädagogik mögliche Wege.

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